Die Lürssen-Werft

Lürssen-Werft

© Lürssen Werft

Eines der traditionsreichsten Schiffbau-Unternehmen Deutschlands ist die bereits 1875 gegründete Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Bremen-Vegesack. Sie ist spezialisiert auf den Bau von Schnellbooten und Luxusjachten. Inzwischen gehören zahlreiche Werften, wie Blohm und Voss, die Peene-Werft sowie die Elsflether Werft in der Wirtschaftsregion Weser-Ems zum Unternehmen.

Ein paar Daten zur Geschichte der Werft

Friedrich Lürßen begann Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau von Fischer- und Fährbooten in Aumund, nahe Bremen. Nach einigen Jahren spezialisierte er sich auf die Herstellung von Motorbooten. Eine Zusammenarbeit mit dem Motorenhersteller Daimler führte dazu, dass man bald in der Lage war, Schnellboote für sportliche Zwecke anzubieten.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg nutzte das Unternehmen sein Know-how, um militärische Schnellboote herzustellen.

Nach Beendigung des Krieges dauerte es einige Jahre, bis das ursprüngliche Geschäft wieder aufgenommen werden konnte. Etwa ab den 1950er Jahren legte die Firma den Schwerpunkt erneut auf den Bau von Schnellbooten. Dies vorrangig für militärische Zwecke. Ende der 1980er Jahre begann die Werft zudem, Luxusjachten zu bauen.

Die Lürssen-Werft heute

Bemerkenswert ist, dass seit Gründung des Unternehmens immer Nachkommen von Friedrich Lürßen in leitenden Positionen eingesetzt waren. Dies ist bis zum heutigen Tag so geblieben. In vierter Generation sind nunmehr Friedrich und Peter Lürßen verantwortlich tätig. Es werden insgesamt über 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen verfügt über mehrere Standorte. Dies ist durch die Übernahme zahlreicher Konkurrenten bedingt.

Bereits im Jahr 1987 wurde die Kröger-Werft in Schacht-Audorf, bei Rendsburg, aufgekauft und umfirmiert in die Lürssen-Kröger-Werft. Dort werden Megajachten gebaut und repariert. Ebenso bietet man die Reparatur von Schiffen an.

Die Wilhelmshavener Jadewerft gehört seit 2004 zum Unternehmen. Diese ist spezialisiert auf die Reparatur von Militärschiffen, Arbeitsschiffen und Jachten. Es können bis zu 300 Meter lange Schiffe aufgenommen werden. Das größte Trockendock hat eine Länge von 150 Metern und eine Tragfähigkeit bis 8.000 Tonnen.

Seine Kapazitäten zur Reparatur von Schiffen verstärkte das Unternehmen 2012 mit der Übernahme der Norderwerft in Hamburg. Diese ist ebenfalls Spezialist für die Reparatur, Wartung und den Umbau von Schiffen. Sie verfügt über drei Docks für Schiffe bis zu einer Länge von 164 Metern und einem Gewicht von bis zu 12.500 Tonnen.

Die Peene-Werft aus Wolgast ist seit 2013 Bestandteil der Lürssen-Werft. Hier werden vorrangig Militärschiffe für die deutsche Marine und ausländische Auftraggeber gebaut.

Im Jahr 2016 wurde die Schiffswerft Blohm + Voss gekauft. Diese hat ihren Sitz in Hamburg. Schwerpunkt des Unternehmens ist der Bau, der Umbau und das Reparieren von Schiffen. Im größten Trockendock können dort Schiffe mit einer Länge von 320 Metern und einem Gewicht bis 50.000 Tonnen aufgenommen werden. Beim Neubau von Schiffen liegt der Fokus auf Jachten.

Zuletzt erfolgte im Jahre 2019 die Übernahme der Elsflether Werft. Diese war in Schwierigkeiten geraten, als sie den Auftrag zur Restaurierung des berühmten Segelschulschiffes Gorch Fock nicht wie geplant abschließen konnte. Vielmehr kam es zu Ermittlungsverfahren gegen leitende Angestellte, denen Pflichtverletzungen und Untreue vorgeworfen wurde. Mit dem Eigentum an der Werft steht nunmehr das Bremer Unternehmen in der Pflicht, die Gorch Fock fertigzustellen. Die Gorch Fock wurde für diesen Zweck in einer aufsehenerregenden Aktion Ende Oktober 2019 nach Bremen geschleppt.

Aussichten für die Zukunft

Durch ihre Spezialisierung auf den Bau von Militärschiffen und Megajachten sowie der Reparatur unterschiedlicher Schiffstypen, konnte die Lürssen-Werft kontinuierlich wachsen. So behauptet sie sich bis zum heutigen Tag auf dem schwierigen Markt des Schiffsbaus. Auch für kommende Aufgaben scheint sie gut gerüstet zu sein.